Unsere Zeit in einem Wort.

„Die Philosophie ist ihre Zeit in Gedanken gefasst.” Hegel hat das gesagt. Der war bekanntlich Philosoph. Kino kann Sachen auch gut auf den Punkt bringen – darauf kann man sogar als bescheidener Ökonom kommen. Was das bedeutet,  darf man aktuell beim großartigen Toni Erdmann bewundern.

Burn after reading, ein Film der Coen-Brüder, ist zwar schon einige Jahre alt, bringt aber in seiner Zuspitzung auf den „Clusterfuck” unser Hier und Heute auf den Punkt. „Clusterfuck” – das ist unsere Zeit in einen Gedanken, in ein Wort gefasst. Der Begriff bezeichnet, wie im Internet nachgelesen werden kann, eine chaotische Situation, in der alles schiefzugehen scheint. Und die oft durch Unvermögen, schlechte Kommunikation und eine komplexe Umwelt verursacht ist. Kaum ein anderer Begriff bringt die Weltlage in diesem Sommer besser auf den Punkt: gefährliche Potentaten, bedrohliche Präsidentschaftskandidaten, Terror. Und Wirtschaftsprobleme. Und Klimawandel. Und Armut. Und. Und. Und…

Hier deshalb ein Ausschnitt aus Burn after reading – ein Film, der wenig mehr ist als die Darstellung eines Clusterfuck. Ich weiß nicht, wie lustig diese knapp drei Minuten sind, wenn man den Film nicht kennt. Wenn man ihn kennt, kann man auch noch acht Jahre nach der Premiere dieses Films vor Lachen vom Sofa fallen. Die, wie Marcel Reich-Ranicki das sicher genannt hätte, „Stelle” findet sich bei 1:36. Sehen Sie selbst:

Dass jemand diese Passage What The Fuck Do We Learn genannt hat, passt natürlich wunderbar zum Begriff „Clusterfuck” als Gegenwartsbeschreibung. Ja, was lernen wir? Zumindest wohl, dass die Angelegenheit etwas mit Politik, mit Wirtschaft, mit Nachhaltigkeit und nicht zuletzt mit Dummhaltigkeit zu tun hat. In diesem Sinne: Mehr demnächst an dieser – Stelle.